In der Orthopädie können Stammzellen aus Knochenmark (HSC – hämatopoetische Stammzellen) oder Fettgewebe (MSC – mesenchymale Stammzellen) gewonnen werden.
Stammzellen können sich in andere Zellen des menschlichen Körpers differenzieren (umwandeln), etwa in Knorpel-, Knochen- und Muskelzellen. Sie werden zur Regeneration und Reparatur geschädigter Gewebe eingesetzt.
Woher können Stammzellen gewonnen werden?
Wie wirken Stammzellen?
Stammzellen können sich in andere menschliche Zellen differenzieren. Der wichtigste Wirkmechanismus mesenchymaler Stammzellen aus Fettgewebe ist die Steuerung der Gewebereparatur. In ein Gelenk eingebrachte Stammzellen setzen Mikropartikel frei, die über Wachstumsfaktoren, Zytokine, RNA und DNA den Reparaturprozess steuern.
Was kann mit Stammzellen behandelt werden?
- Arthrose
- posttraumatische Knorpelschäden
- unterstützend bei der operativen Behandlung von Meniskusverletzungen im Knie
- gestörte Knochenheilung – Pseudarthrosen
- Knochennekrosen
- schwer heilende Wunden
Wie läuft eine Stammzelltherapie ab?
Mesenchymale Stammzellen gewinnen wir aus Fettgewebe, indem wir eine kleine Menge Unterhautfett am Bauch entnehmen. Der Eingriff erfolgt unter Anästhesie in sogenannter leichter Sedierung (der Patient schläft währenddessen). Durch einen etwa 7 mm großen Bauchschnitt wird mit einer speziellen Kanüle eine kleine Menge Fettgewebe entnommen. Ein Separator, der in seiner Konstruktion Dialysemembranen ähnelt, trennt anschließend die Stammzellen ab. Die so vorbereitete Zellsuspension wird in das Gelenk injiziert.
Knochenmarkstammzellen werden als Teil einer umfassenden operativen Behandlung eingesetzt, etwa bei einer Kniearthroskopie. Während des Eingriffs werden sie aus dem Operationsgebiet gewonnen und anschließend zur Unterstützung von Reparaturprozessen im Gelenk verwendet, zum Beispiel nach einer Meniskusnaht oder Knorpelreparatur.
Verhalten nach dem Eingriff
Nach einer Stammzelltherapie aus Fettgewebe geht der Patient nach einigen Stunden nach Hause. Je nach orthopädischer Indikation kann das Vorgehen etwas variieren. Meist geht man einige Tage mit Unterarmgehstützen und vermeidet sieben Tage lang nichtsteroidale Antirheumatika. An der Entnahmestelle am Bauch bleibt sieben Tage ein Pflasterverband, der Blutergüsse verhindert.
Bei der Anwendung von Knochenmarkstammzellen während einer Arthroskopie sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem durchgeführten Eingriff.
Wer kann sich mit PRP-plättchenreichem Plasma behandeln lassen?
Alle Patienten mit allgemein verstandenen Problemen der Heilung sowie Patienten, die diesen Prozess beschleunigen möchten.
Gegenanzeigen der Stammzelltherapie.
- frühere oder aktive Krebserkrankung
- Autoimmunerkrankung

